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1. Fachtagung Professionelle Milchwirtschaft in Deutschland und Polen

Gut 150 Teilnehmer folgten der Einladung von Lallemand Animal Nutrition zur erstmalig durchgeführten „Fachtagung Professionelle Milchwirtschaft“ am 7. November 2017 in Borkheide, Deutschland, und am 8. November in Konin, Polen. Während in Deutschland das noch junge Lallemand Animal Nutrition Team der Gastgeber war, wurde in Polen die Veranstaltung zusammen mit Lallemands lokalem Partner, der Firma Adifeed, durchgeführt.

Auf der Fachtagung sprachen internationale Referenten aus Frankreich, Kanada, Portugal und der Türkei über aktuelle Markttrends, die Ernährung von Milchkühen, Silage-Management, die sichtbaren Anzeichen und Konsequenzen von Azidose sowie Best-Practice-Strategien zum Management großer Milchviehbetriebe. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in Tools und Strategien, die die Rentabilität der Betriebe steigern, die Grundfutterqualität verbessern und die Panseneffizienz der Milchkühe optimieren.

Einen Mehrwert für die Verbraucher schaffen

Laurent Dussert, Kategorie- Manager für Wiederkäuer bei Lallemand Animal Nutrition, eröffnete das Treffen mit einem Überblick über die Trends auf dem Milchmarkt. Seiner Meinung nach hat „die Branche dank des genetischen und technologischen Fortschritts eine enorme Steigerung der Produktionseffizienz erlebt und heute einen Wendepunkt erreicht. Wir sollten nicht immer weiter nach einer Maximierung, sondern nach einer Optimierung der Produktion streben. Futtereffizienz und der Ertrag nach Futterkosten sind immer noch wichtige Kriterien, aber Milcherzeuger und die gesamte Futtermittelindustrie müssen zukünftig einen Mehrwert für die Verbraucher schaffen: Es geht nicht mehr nur um die Produktivität, sondern auch um die Lebensmittelsicherheit, den Umweltschutz, die Bewältigung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel und die Erhaltung der Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe.“ Dussert präsentierte einige der verfügbaren Instrumente, um Erzeugern bei der Erreichung dieser Ziele zu helfen, etwa die Präzisionsfütterung und bewährte probiotische Mikroorganismen.

Der „Vermächtnis-Effekt“

Der Milchviehberater Bill Woodley aus Kanada konzentrierte sich in seinem Beitrag auf Möglichkeiten zur Optimierung der Milchproduktion durch die Betrachtung der folgenden drei Schlüsselbereiche: Ernährung, Kuhkomfort und Futterzugang für jede Phase des Lebenszyklus des Milchtieres, vom Kalb bis zur Kuh. Sein Ansatz ist, den „Flaschenhals“ der Produktion, also den jeweils begrenzenden Faktor, in jedem dieser Bereiche zu identifizieren und Lösungen zu finden. Zum Beispiel spielt die Ernährung vor der Entwöhnung eine Rolle bei der ersten Laktation der Färse. Den Milcherzeugern, Beratern und Tierärzten empfahl Woodley, den „Vermächtnis-Effekt“ zu berücksichtigen: Jede Entscheidung von heute wird Auswirkungen auf die Milchproduktion von morgen haben. Konkret zeigte er dabei beispielsweise den Einfluss von Ernährung und Gesundheitsstatus der Mutterkuh auf die Milchleistung der folgenden Generation und schloss mit der Erkenntnis: „Du bist, was deine Mutter gegessen hat.“

Die Grundfutterqualität steigern

Futter ist die größte Kostenposition im Milchviehbetrieb. Aus diesem Grund ist die Produktion nahrhafter, hochwertiger Silage auf dem Hof ​​eine wichtige Stellschraube für die Rentabilität des Betriebs. Nach einem Überblick über den Ablauf des Silierprozesses lieferte Luis Queiros, Kategorie-Manager für Silierhilfsmittel bei Lallemand, einige praktische Tipps, um die Silagequalität zu steigern: von der Silo-Planung über die Aussaat bis hin zur Entnahme. Ziel muss sein, durch gutes Siliermanagement und die passenden Produkte den Verlust von Trockenmasse durch Verbesserung der aeroben Stabilität zu reduzieren.

Technologien für die Überwachung der Tiere

Im Hinblick auf Tiergesundheit konzentrierte sich Aurélien Piron, Technischer Leiter Wiederkäuer bei Lallemand Animal Nutrition, auf die Herausforderung der subakuten Pansenazidose (SARA), die er als „Profitkiller“ für die Milchproduktion bezeichnete. Heute können neue Technologien helfen, ein Ungleichgewicht des Pansens im Betrieb frühzeitig durch die Überwachung des Pansen-pH-Wertes oder der Pansentemperatur zu diagnostizieren. Zudem gibt es sichtbare Anzeichen einer Azidose, mit deren Hilfe man den Zustand der Tiere besser einschätzen und rechtzeitig reagieren kann. Piron stellte neue Erkenntnisse vor, die zeigen, dass Futtertrog-Management (Fütterung, Ration nachschieben, Aussortieren langer Partikel reduzieren sowie Futter- und Wasseraufnahme fördern), Ernährung (Bedeutung der Partikelgröße und effiziente NDF), sowie Futterzusatzstoffe, wie Lebendhefe als Pansenmodifikatoren (S. cerevisiae CNCM I-1077) helfen können, das Auftreten von SARA zu reduzieren.

Erfolgsgeschichte eines Milchviehbetriebs

Segev Segalchick, Geschäftsführer von Taze Sut, einem großen, hochmodernen Milchviehbetrieb in der Türkei, hatte das letzte Wort. Er stellte seine Erfahrungen und Vision der Betriebsführung vor und demonstrierte, wie die Überwachung von Schlüsselparametern hilft, Entscheidungen zu treffen, die die Rentabilität eines Milchviehbetriebs optimieren. In seiner Präsentation über den Erfolg seines Betriebs und den Einfluss von hochwertiger Silage auf das Ergebnis zeigte er die Struktur und Organisation von Taze Sut, die mit 1.000 Milchkühen, 800 Färsen und einem eigenen Futterzentrum arbeitet. Segalchick ist davon überzeugt, dass das Futter als größter Kostenblock, das Thema ist, dem ein Milcherzeuger seine größte Aufmerksamkeit widmen sollte und dessen Qualität an erster Stelle stehen muss.

Intensive Diskussionen nach den Vorträgen, ein reger Erfahrungsaustausch in den Pausen sowie präparierte Pansenwände (mit und ohne Anzeichen von Azidose) als Anschauungsobjekte rundeten das Programm ab.

Sie haben Fragen zu dieser Veranstaltung oder benötigen Informationen zur Ernährung von Wiederkäuern? Bitte sprechen Sie uns an: animalgermany@lallemand.com