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2. Fachtagung Professionelle Wiederkäuerernährung: Aktuelle Trends und Forschungsergebnisse

Vom 17. bis 19. April 2018 war das deutsche Team von Lallemand Animal Nutrition mit den Referenten der 2. Fachtagung Professionelle Wiederkäuerernährung in drei Städten in Deutschland und Österreich unterwegs. Gut 120 Teilnehmer erhielten während der jeweils eintägigen Veranstaltungen in Osnabrück, Neuendettelsau und Pucking (Österreich) neue Impulse für eine verbesserte Grundfutterqualität, Stellschrauben für eine optimierte Milchproduktion  anhand des Lebenszyklus von Milchkühen sowie aktuelle Forschungsergebnisse und praktische Ansätze zum Umgang mit subklinischen Pansenazidose sowohl im Milchvieh- als auch im Mastbereich. Dr. Christian Scheidemann, Country Business Manager bei Lallemand Animal Nutrition, führte durch den Tag und eröffnete die Tagung mit einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Lallemand und des stetig wachsenden Teams in Deutschland/Österreich. Es folgten vier Vorträge der internationalen Referenten aus Frankreich, Kanada und Portugal:

Pansenazidose: Immer noch der Profitkiller Nummer 1

In seinem Vortrag konzentrierte sich Aurélien Piron, Technischer Leiter Wiederkäuer bei Lallemand Animal Nutrition, auf die Herausforderung der subakuten Pansenazidose (SARA), die er als „Profitkiller“ für die Milchproduktion bezeichnete. Heute leiden mehr als 50 % der Milchkühe an subklinischer Pansenazidose, wobei die Dauer pro Tag, in der sich der pH-Wert unter 5,8 befindet einen wichtigen Parameter darstellt. Subklinische Pansenazidosen führen nicht nur zu Leistungsdepressionen der Tiere, einer Schädigung des Pansenepitels mit negativen Effekten auf die Schutzschranke zwischen Pansen und Organismus, sondern können auch zum sogenannten „leaky gut“führen. Dieser entsteht durch deutlich höhere Gehalte an flüchtigen Fettsäuren im Darm sowie der damit einhergehenden pH-Wert-Absenkung. Diese negativen Auswirkungen sind sehr vielseitig und werden in den kommenden Jahren weiter erforscht werden. Zur Verringerung der subklinischen Pansenazidose sind regelmäßige Audits und zahlreiche Fütterungs- und Managementparameter zu beachten. Nicht zuletzt spielt auch eine bedarfsgerechte Wasserversorgung eine wichtige Rolle. Der strategische Einsatz der pansenspezifisch selektierten Lebendhefe Levucell SC kann  zur Stabilisierung der Pansenverhältnisse beitragen.

Wie lässt sich der Vermächtnis-Effekt für eine höhere Milchleistung nutzen?

Der Rinderspezialberater Bill Woodley (Woodley Dairy Direction) aus Kanada konzentrierte sich in seinem Beitrag auf Möglichkeiten zur Optimierung der Milchproduktion durch die Betrachtung der folgenden drei Schlüsselbereiche: Ernährung, Kuhkomfort und Futterzugang für jede Phase des Lebenszyklus des Milchrindes, vom Kalb zur Kuh; das Kalb von heute ist die Kuh von morgen (Stichwort Hitzestressmanagement von Trockenstehern, Kälber von gekühlten Trockenstehern geben später mehr Milch!). In seinem Beitrag empfahl der erfahrene Berater aus Kanada, den Trockenstehern einer Herde besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da sie die größte Möglichkeit bieten, Einfluss auf die Leistung in der Folgelaktation zu nehmen. Bill Woodley fasst dies unter dem Begriff des „Vermächtnis-Effektes“ zusammen, der besagt: Jede Entscheidung von heute wird Auswirkungen auf die Milchproduktion von morgen haben. Zudem sollte kein optischer Unterschied zwischen Laktierenden- und Trockensteherration bestehen, damit die Umstellung während der einzelnen Phasen so gering wie möglich ist(peNDF). Sein Ansatz ist, den „Flaschenhals“ der Produktion, also den jeweils begrenzenden Faktor, in jeder Phase zu identifizieren und Lösungen zu finden.

Von der Ernte bis zur Fütterung! Praxistipps für die Siloplanung, Verdichtung und Abdeckung. Aerobe Stabilität im Fokus!

Futter ist die größte Kostenposition im Milchviehbetrieb. Aus diesem Grund ist die Produktion nahrhafter, hochwertiger Silage auf dem Hof ​​eine wichtige Stellschraube für die Rentabilität des Betriebs. Nach einem Überblick über den Ablauf des Silierprozesses lieferte Luis Queiros, Kategorie-Manager für Silierhilfsmittel bei Lallemand, einige praktische Tipps, um die Silagequalität zu steigern. Essentiell ist, die aerobe Phase so kurz wie möglich und die pH-Wert Absenkung des Siliergutes so schnell wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus sind eine schnelle und gute Verdichtung sowie die Verwendung von Silofolien mit Sauerstoffsperre und Plastikfolien auf den Seitenwänden sehr wichtige Parameter. Auch sollte die Größe des Fahrsilos an den Vorschub angepasst werden. Darüber hinaus spielt die Auswahl des richtigen biologischen Silierhilfsmittels (homo-/heterofermentative Milchsäurebakterien) eine wichtige Rolle, um die Fermentation zu optimieren und die aerobe Stabilität zu verbessern.

Azidose in der Rindermast: Mit Betriebsmanagement und optimierten Fütterungspraktiken gegensteuern!

Bruno Martin, bei Lallemand Technischer Support für Wiederkäuerthemen und Fachmann für den Bereich Rindermast, ging in seinem Vortrag auf Auslöser und Folgen von Azidose in der Rindermast ein. Insbesondere die hohe Stärkelast führt im Masttier zu entzündlichen Prozessen z. B. durch die Bildung von Histaminen. Diese Prozesse führen zu sichtbaren Einblutungen in Klauen, Hörnern und am Kronsaum. Er machte deutlich, dass viele Probleme durch einfache Maßnahmen (Gestaltung der Wassertränken, Durchflussmenge, Fressplatzbreite, Besatzdichte) behoben werden können und stellte die Vorteile optimierter Fütterungspraktiken und des Einsatzes der Lebendhefe Saccharomyces cerevisiae (Levucell SC) vor.  

Wir danken allen Gästen und natürlich den Referenten der Fachtagung für die interessanten Vorträge und auch die vielen Nachfragen und lebhaften Diskussionen und freuen uns schon jetzt auf die 3. Fachtagung im Frühjahr 2019, zu der wir alle unsere Kunden und Interessenten herzlich einladen. Sie haben Fragen zu dieser Veranstaltung oder benötigen Informationen zur Ernährung von Wiederkäuern? Bitte sprechen Sie uns an: animalgermany@lallemand.com.